Ich habe immer gern Fleisch gegessen. Aber irgendwann wollte ich genauer wissen, wo das Fleisch, das ich konsumiere, wirklich herkommt, wie viel Arbeit dahintersteckt und was passieren muss, bevor es am Teller liegt.
Was bedeutet es, wenn ein Tier nicht anonym bleibt, sondern einen Ort, einen Moment und eine Geschichte hat?
Im April 2024 habe ich die Jagdprüfung gemacht. Ich habe viel gelernt: über Wildtiere, Lebensräume, Schonzeiten, Waffen, Recht, Hygiene und über die Verantwortung, die mit der Jagd verbunden ist. Vor allem hat sich mein Bild davon verändert, was Jagd tatsächlich bedeutet.
Jagd ist selten das, was viele sich darunter vorstellen. Oft sitzt man stundenlang draußen, manchmal tagelang ohne Erfolg. Man beobachtet, wartet, prüft, fährt wieder heim. Und wenn irgendwann ein passendes Stück dabei ist, beginnt danach der nächste Teil der Arbeit: bergen, aufbrechen, kühlen, zerwirken, verarbeiten, kochen.
Vielleicht müsste Wildfleisch genau deshalb anders erzählt werden. Als hochwertiges Lebensmittel, in dem Zeit steckt, Wissen, Geduld, Landschaft und sehr viel Arbeit.